Airbnb ändert das Gebührenmodell: Die Host-Only-Fee kommt!

Juni 3rd, 2019 Posted by Vermieter-Infos 4 thoughts on “Airbnb ändert das Gebührenmodell: Die Host-Only-Fee kommt!”
Das Preismodell von Airbnb hat die Vermieterszene in den vergangenen Jahren polarisiert: Viele erfreuten sich an niedrigen 3% Vermietergebühr. Einige sogar, ohne zu wissen, dass die Gäste zusätzliche Gebühren zahlen müssen. Für die anderen war es ein Ärgernis, da sie durch den variablen Anteil an Gästegebühren oft unglückliche Endpreise in Kauf nehmen mussten, die man zum Beispiel kaum von 101 auf 99 EUR ändern konnte. Damit soll es bald ein Ende haben. Airbnb verkündet eine grundlegende Änderung dieses Modells. Nach der Öffnung für Hotels machen sie damit einen weiteren Schritt der Angleichung an die „klassischen“ Buchungsportale wie Booking.com, Expedia oder Agoda. Auch bei den Ferienhausportalen ist es üblich, dass der Vermieter die kompletten Provisionen übernimmt.

Wer ist betroffen?

Bevor ich genauer auf die Änderungen eingehe, klären wir erst einmal, wer davon betroffen ist. Denn nicht jeder Vermieter ist von den neuen Regelungen betroffen. Ob das ganze für dich als Vermieter relevant ist, hängt von einigen Kriterien ab. Region: Betroffen sind Asia Pacific (ohne Japan), Europa, Naher Osten und Afrika. Warum Japan oder Nord- und Südamerika nicht davon betroffen sind, ist mir nicht ganz klar. Es ist aber davon auszugehen, dass bei einem Umsatzanstieg für Airbnb, diese irgendwann nachziehen werden. Zeitpunkt der Inseratserstellung: Neue Inserate, die sich ab 4. Juni online gehen oder ab dem 4. Juni an einen Schnittstellenanbieter angebunden werden. Vermieter, die schon vorher über Airbnb vermietet haben können noch das alte Modell nutzen. Kategorie: Man kann ein Airbnb-Inserat einer bestimmten Kategorie zuordnen. Auf jeden Fall betroffen ist alles, was unter „Traditional Hospitality“ fällt: Hotels, Boutique Hotels, Aparthotels, B&Bs müssen auf das neue Modell umsteigen. Individuelle Unterkünfte wie Ferienwohnungen, private Zimmer, ganze Häuser, ganze Wohnungen haben die Wahl, welche Option sie nutzen. Der Standard ist aber die neue Host-Only-Fee. Bevor ich auf das neue Gebührenmodell eingehe, kurz das alte noch einmal erklärt: Vermieter zahlen 3%, außer die Stornierungsbedingungen waren super streng, dann kommen zusätzliche 2% hinzu, sodass der Vermieter 5% zahlt. Der Gast zahlt variable Gebühren die je nach Angebot, Nachfrage und Zeitpunkt zwischen 5% und 20% liegen. Spätestens jetzt merkt jeder, wie kompliziert und intransparent das ganze ist.

Das neue Gebührenmodell

Das neue Modell scheint hier vieles einfacher zu machen: So ist es ab dem 4.6.2019 möglich eine Host-Only-Fee zu aktivieren. Das heißt der Vermieter übernimmt die komplette Gebühr. Diese beträgt im Normalfall 14%. Für Hotels und die Kategorien der oben beschriebenen traditionellen Gastgeber immer 15%. Bei beiden kommen weiterhin bei super strengen Stornierungsbedingungen 2% oben drauf. Um die Unterschiede klarer zu machen einmal ein Beispiel: Im alten Modell gibt ein Vermieter 100 EUR als Preis an. Dann wurden davon üblicherweise 3% von Airbnb einbehalten, sodass nur 97 EUR an den Vermieter ausbezahlt wurden. Zusätzlich musste der Gast einen variablen Anteil bezahlen. Dieser lag meistens zwischen 5% und 20%. Nehmen wir mal die Mitte 13%. Dann kostete den Gast die komplette Nacht 113 EUR, beim Vermieter kamen aber nur 97 EUR an. Der Gesamtprovisionsanteil beträgt somit also in diesem Beispiel ca. 16,5%. Wie man das ganze aufteilt ist also fast zweitrangig. Die meisten Vermieter haben dem entgegen gewirkt, indem sie Airbnb ein paar Euro günstiger angeboten haben als die anderen Buchungsportale. Sonst wäre Airbnb im Direktvergleich zwischen den Portalen fast immer das teuerste gewesen. Was ganz nebenbei bemerkt, wahrscheinlich einer der Hauptgründe der Neuerungen ist. Wie verhält sich diese Buchung jetzt im neuen Preismodell. Gehen wir davon aus, dass der Vermieter nichts macht und seinen Preis gleich lässt, das Modell aber ändert. Dann werden von den 100 EUR 14% einbehalten und der Vermieter erhält 86 EUR ausbezahlt. Auf jeden Fall einfacher. Aber auch viel weniger für den Vermieter. Deshalb wirkt man dem entgegen und passt seinen Preis nach oben an, sodass er weiterhin 97 EUR ausbezahlt bekommt. Gehen wir von einer Host-Only-Fee von 14% aus wären das knapp 113 EUR, die jetzt zu Airbnb geschickt werden. Vor allem Vermieter die oft ihre Preise anpassen sollten mit einer Vermietersoftware wie Smoobu arbeiten. Denn damit kann man ganz bequem verschiedene Portale mit verschiedenen prozentualen Aufschlägen bespielen, sodass die Auszahlung bei allen Buchungsportalen ähnlich ist und die Leistung der Buchungsportale vergleichbar ist. Bevor ich ein Fazit ziehe, fassen wir noch einmal die Pros und Cons zusammen: Vorteile
  • Klare Preistransparenz für Vermieter und Mieter
  • Man trifft genau den Endpreis, den man wünscht (z.b. 99 EUR)
  • Keine Gebühren für den Gast. Sodass dieser es vielleicht günstiger empfindet
  • Mehr Buchungen lt. Aussage von Airbnb
Nachteile
  • Auf den ersten Blick höhere Gebühren
  • Preisanpassung notwendig

Fazit

Für mich überwiegen die Vorteile der neuen Regelung klar. Die Gästegebühren kamen mir sowieso immer zu hoch vor. Jetzt ist es klar geregelt, berechenbar und man kann es aussteuern. Meine Empfehlung ist es, diese Option der Host-Only-Fee in Anspruch zu nehmen.

4 thoughts on “Airbnb ändert das Gebührenmodell: Die Host-Only-Fee kommt!”

  1. Ludwig Feuerpeil sagt:

    Hallo,
    das war aber auch Zeit!
    Diese unmöglich Preisgestaltung hat mich manchmal in Erklärungsnot gebracht.
    Gäste wollten eine Rechnung über den ganzen Betrag haben usw.
    So kann es funktionieren.
    Liebe Grüße
    Ludwig Feuerpeil

  2. Maike sagt:

    Danke für die Info. Ja ich denke, auch ich werde zu den host-only-fee übergehen. Es ist oft verwirrend für den Gast, wenn ein anderer Preis von ihm gefordert wird, als im Ad, besonders wenn zusätzlich verschiedene Währungen ins Spiel kommen

  3. Jens sagt:

    Gesagt getan und bei der ersten Buchung verwundert die Augen gerieben. Vorher ist es mir nie bewusst gewesen bzw. aufgefallen, aber Airbnb nimmt auch Provision für Gebühren wie Endreinigung. Somit reicht es nicht wenn man nur 14% aufschlägt, sondern muss die Gebühren mit ausgleichen, wenn man den gewünschten Preis/Nacht erhalten möchte. Somit ist es dann doch wieder teurer als andere Portale

  4. Heribert sagt:

    Vor allem gut, dass man die Preise jetzt sauber aussteuern kann.

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